Kleiner Grenzverkehr

An die eigenen  Grenzen stoßen ist kein Versagen!

Wer von uns kennt sie nicht? Die eigenen Grenzen. Zu manchen Zeiten sind sie überdeutlich spürbar. Alles kommt zusammen und es scheint, als habe sich die ganze Welt auf einmal gegen Dich verschworen. Familie, Beruf, Haushalt, Garten, Nachbarn, Freunde, Wetter, Gesundheit… alle und alles wollen etwas von Dir und Du wirst zum Brennpunkt des Geschehens. Der Stress kommt und geht nicht mehr. Sicher, Du willst alles schaffen, allen gerecht werden, alles perfekt meistern und nirgendwo im Universum Deines Seins leuchtet ein „Nein, danke, das genügt“ auf. Etwas geht ja noch immer, oder? So schlimm ist es doch noch nicht. Na, das schaffe ich doch auch noch. Ist ja nur eine Kleinigkeit. Klar, selbstverständlich! Bin sofort da!

Besonders, wenn man nach solch intensiven Zeiten in Urlaub fährt, kommt es häufig vor, dass man als erstes mal so richtig schön krank wird. Der Körper fordert sein Recht. Er schaltet auf Autopilot und sackt einfach in den Ruhemodus. Die Stresshormone verlassen eins nach dem anderen den Kriegsschauplatz und machen Platz für alles Unterdrückte, was sich jetzt zeigen darf. Der schnelle Wechsel vom Maratonläufer zum Liegestuhlanbeter ist manchmal zu abrupt. Endlich darf sich der Kopf mal auf Höhe des Herzens ausruhen und Körper, Geist und Seele vereinen sich wieder in der waagerechten Ruheposition.

Eigentlich merken wir ganz genau, wann wir an unsere Grenzen gestoßen sind. Spätestens, wenn wir versuchen mehrere Sachen gleichzeitig zu machen und nichts davon wirklich schneller funktionieren will, man wegen jedem und nichts ausrastet und angespannt ist wie eine Geigensaite, dann hat man mit sehr großer Sicherheit die eigenen Grenzen erreicht, wenn nicht schon längst überschritten.

Sicher gibt es besondere Lebensumstände, in denen man kaum Möglichkeiten für ein persönliches Stressmanagement hat. Das sind Extremsituationen, die einfach viel von einem fordern. Doch diese sind meistens eher kurz und heftig. Doch das permanente Überschreiten ist auf Dauer nicht besonders gesund, denn zuviel Stress schadet uns einfach auf allen Ebenen. Und die zwischenmenschliche Seite unseres Lebens leidet auch darunter. Stress macht unfrei, Druck und schlechte Laune, weil wir keine Zeit mehr für uns selbst haben. Wir verlieren unsere Mitte und werden unzufrieden und unglücklich.

Das Leben verläuft in Wellen. Mal ist alles easy und leicht, dann wieder anspruchsvoller. Ab und zu können wir nicht vermeiden, unsere eigenen Grenzen wahrzunehmen. Sie zu berühren, zu bemerken, dass an dieser Stelle das persönliche Limit erreicht ist, ist eigentlich gar nicht so schlimm. Wenn ich merke, das kann ich nicht, das übersteigt meine Kompetenz, hier weiß ich nicht mehr weiter, dort sollte ich aufhören etc., dann ist das ein guter Hinweis unseres Bewusstseins zum Selbstschutz. Diesen Tipp kann ich allerdings nur wahrnehmen, wenn ich mit mir in gutem inneren Dialog stehe. Wenn ich gelernt habe, auf meine innere Stimme zu hören und ihr zu vertrauen. Sie ist mein allerbester Ratgeber und will immer nur, dass es mir dauerhaft gut geht.

Grenzen zu spüren ist ganz normal. Niemand kann und weiß alles  und deshalb gibt es auch für fast jedes Problem Experten, die nichts anderes tun, als sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, an dem ich gerade festsitze. Warum also nicht dieses perfekte Wissen ausnutzen anstatt mich selbst zu quälen? Das spart eine Menge Energie und Zeit, die ich anders verwenden kann. Zum Beispiel für einen schönen Spaziergang und etwas, das mir gut tut.

Außerdem gehört zum Grenzen wahren auch das schöne Wörtchen ‚NEIN‘. Dabei kannst Du Dein entwaffnendstes Lächeln aufsetzen und Deinem Gegenüber freundlich in die Augen sehen. Das Wort ‚Nein‘ ist kurz und bündig. Es besteht aus nur vier Buchstaben und ist mit oder Ausrufungszeichen anwendbar. Es ist eindeutig und verständlich. Und Du darfst es jedem gegenüber anwenden. Das steht so in der Gebrauchsanweisung dieses Wortes drin. Nein beinhaltet nicht Inkompetenz, Faulheit, Egoismus, keine Hilfsbereitschaft oder was auch immer da innerlich in Dir vorgehen mag. Nein ist der Ausdruck meiner eigenen Wertschätzung, der Liebe zu mir selbst, der Verantwortung für die Gesundheit meines Körpers, Geistes und meiner Seele. Wenn viel mehr Menschen den Mut hätten, öfter ’nein‘ zu sagen, gäbe es auch weniger ausgebrannte und depressive Berufstätige. Und vielleicht würden die Arbeitgeber auch eher verstehen, wo denn die wahren Grenzen der Beanspruchung ihrer Mitarbeiter liegen.

Wenn ich allerdings akzeptiere, dass meine Grenzen permanent überschritten werden, durch meine eigenen Ansprüche an mich selbst und die Forderungen meiner Mitmenschen, dann sage ich indirekt das Wort ‚Ja‘. Ein Ja zur Überforderung und allen negativen Auswirkungen auf mein Leben.

Auch wenn ich als Kind nicht wirklich gelernt habe nein zu sagen, so darf ich mich heute entschließen, meine Grenzen liebevoll wahrzunehmen und auszutesten. Ich kann gerne sehen, ob nicht doch noch etwas mehr geht, und wenn nicht, darf ich einen kleinen, aber wichtigen Schritt wieder rückwärts machen. Ein kleiner Grenzverkehr ist ratsam, denn manchmal denken wir nur, das ist unsere Grenze, aber vielleicht haben wir in der Zwischenzeit, seit dem letzten Testen , etwas mehr dazu gelernt und können mehr als wir uns zutrauen. Wenn sich das jedoch als Selbstüberschätzung herausstellt, dann dürfen wir uns das liebevoll eingestehen und auf unsere alte Position zurückkehren. Und das hat nichts mit Versagen zu tun, sondern ist ein Akt der vollen Selbstverantwortung, in der Liebe zu mir.

Wenn Du wieder Deine Stresshormone anmarschieren spürst, dann halte kurz inne und frage Dich, ob Du an dieser Stelle nicht eine andere Entscheidung treffen könntest. Eine Entscheidung zum Wohle für Dich selbst. Bewache mutig Deine Grenzen. Dein Leben dankt es Dir!

 

 

 

 

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Traue Dich!

Wir sind bewusst oder unbewusst dauernd damit beschäftig zu be- und verurteilen. Das ist zunächst einmal etwas ganz Normales und stammt von unserem Reptiliengehirn, in dem wir gespeichert haben, alles und jedes einzuschätzen in: Gefahr oder nicht Gefahr. Wenn Gefahr ist, dann heißt es: tot stellen, flüchten oder kämpfen.

Soweit, so gut. Jetzt haben wir uns aber im Laufe der Evolution weiter entwickelt und sind in unserem Alltag, im einigermaßen zivilisierten Europa, nicht permanent irgendwelchen lebensbedrohlichen Gefahren ausgeliefert. Und trotzdem geht das alte Muster in unserem Gehirn weiter: beurteilen, verwerfen, verurteilen, entscheiden. Und zwar in allen Lebenslagen.

Beurteilen ist einerseits gut, um Gefahren einzuschätzen und Situationen zu bewerten, ob sie gut oder schlecht für uns sind. Verurteilen ist eher schon etwas madiger, denn hier ist ein richterlicher Spruch impliziert: Schuldig! Der geht fremd. Schuldig! Die Merkel macht Mist. Schuldig! Die Nachbarn sind zu laut. Schuldig! Das macht man nicht. Schuldig! Wir sind Scharfrichter par exellence. Immer feste drauf, denn wir wissen ja, wie es richtig ist. Wir haben das Allwissen für uns gepachtet. Wir haben den Durchblick, so wie Millionen von Bundestrainern bei der EM. Hier weiß Jeder, wie es besser laufen könnte für „Die Deutschen“.

Sorry, wirklich? Na ja, so gefragt kommen auch mal Zweifel auf. ‚ Aber‘, so sagt die andere Stimme in uns, ‚wenn ich es mir so recht überlege, stimmt es doch, was ich sage. Ist doch so!‘

Oberflächlich gesehen mag das auch so scheinen. Jedem steht auch seine eigene Meinung zu. Keine Frage. Aber, wenn man mal tiefer schaut, dann tun sich doch auch traurige Abgründe auf. Denn erstens tut uns, rein körperlich gesehen, das Be- und Verurteilen gar nicht gut. Schlechte Gedanken, sei es über mich oder andere, nimmt mein Körper nicht gerade als Balsam für die Seele auf und reagiert messbar ungünstig darauf. Bis hin zum klaren „Sauersein“, sprich, Übersäuerung des Systems.

Auf der anderen Seite stellen wir uns selbst in den Weg. Unser Gegenüber ist immer Spiegelbild unserer selbst. Was wir wahrnehmen hat auch immer etwas mit uns zu tun. So heißt es bei Robert Betz: „Was mich trifft, betrifft mich.“ Was auch immer mich in irgendeiner Weise antriggert, spiegelt mir etwas. Und was sich mir spiegelt, ist eindeutig mein Ding, denn sonst würde ich darauf nicht so reagieren.

Das meiste davon liegt tief in unserer Kindheit begraben, sprich, in unserem Unbewussten. Denn der größte Teil unserer frühen Kindheit ist in unserem Unbewussten gespeichert. Wahrscheinlich erinnern wir uns, auch wenn wir uns noch so anstrengen, nicht daran. Damals, als Kind, haben wir viel verdrängt, aus Überlebensprinzip. Was wir in dieser Zeit in unser Langzeitgedächtnis aufgenommen haben, wirkt bis heute. Das Langzeitgedächtnis hat seinen Platz im Unterbewusstsein, welches von Natur aus faul und träge ist. Gedankenmuster, die dort einmal eingelagert wurden, beherrschen noch heute unser Be- und Verurteilungsvermögen. Das, was wir als Kind dachten zu erkennen und zu verstehen, Emotionen, die wir damals mit Ereignissen verknüpft haben, sind heute noch unser Urteilsraster, mit dem wir als Erwachsene durch die Welt spazieren.

„Wer die Welt in Ordnung bringen will, gehe erstmal durchs eigene Haus“, so lautet ein chinesisches Sprichwort. Das heißt, alle Veränderung beginnt  zunächst bei mir selbst. Ich kann am wirkungsvollsten immer erst einmal bei mir selbst anfangen. So sagt Gandhi: „Sei Du die Veränderung, die Du von der Welt willst.“ Es nützt nichts, das, was uns nicht gefällt, auf andere zu projezieren. Wir dürfen als Erstes bei uns selbst nachschauen, was das Ereignis mit uns macht. Wie fühle ich mich, wenn dieses oder jenes geschieht? Was löst das bei mir aus? All diese Gefühle gehen in 90 % der Fälle zurück in die Kindheit, wo wir, in anderer Form, das Gleiche schon einmal erlebt haben. So sind wir fast immer die Kleinen aus dem Sandkasten, denen Förmchen oder Eimerchen weggenommen wurden und denen böse mitgespielt wurde. Wir sind die kleinen Mädchen oder Jungen, die sich nicht genug wehren konnten, die nicht von Mutter oder Vater beschützt wurden und die sich nicht durchsetzen konnten. Oder die, die sich stark machen mussten für Mutter oder Vater, damit es diesen besser ging. Die mitgetragen haben für die Eltern, damit es zu Hause erträglich wurde. Kinder haben ein immens großes Bedürfnis nach Balance, Liebe und Gerechtigkeit. Ihr Aufopferungswille ist unendlich und sie übernehmen gerne viel zu große Lasten für den schwächeren Elternteil, damit es zu Hause läuft.

Wenn Ihr Euer Bewusstsein auf Euer Be- und Verurteilen am Tag lenkt, dann schaut mal, was das mit Euch macht. Seid wachsam auf die Reaktionen in Eurem Körper. Fühlt Eure Gefühle, die das Ereignis auslösen. Und sagt Euch im Inneren: „Was mich trifft, betrifft mich“, denn wenn ich auf jemanden mit dem Zeigefinger zeige, dann weisen drei eingekrümmte Finger immer auf mich selbst. Ergo, fragt Euch, was das alles mit Euch zu tun hat. Denn auf jeden Fall dort findet Ihr die Lösung.

So ist jeder, der unsere Fäden zieht und uns triggert, unser Spiegel und will uns nur helfen, etwas in uns zu heilen, was schon ganz lange dort ist und auf Heilung und Anschauen wartet. Wenn ich diesen Anteil in mir geheilt habe, d.h. in Liebe angenommen habe, dann triggert mich das nicht mehr. Ich kann neutral und gelassen diesen Situationen gegenüber treten. Das heißt, souverän damit umgehen, ohne einen Emotionsausbruch innerlich oder äußerlich zu haben.

Die Hawaiianer haben das wundervolle Ho’oponopono Ritual, welches stattfindet, wenn sich zwei Parteien streiten. Es wird am Abend nicht eher geruht, bis die beiden Kontrahenten sich versöhnt haben. Nicht einfach so, sondern auf tiefer Herzensebene. Es beinhaltet das Anerkennen desjenigen, der den Trigger ausgelöst hat. Das Danken an ihn, dass er sich dafür zur Verfügung gestellt hat, damit ich verstehe, was in mir noch nicht geheilt war. Das Verstehen, dass wir alle, die ganze Menschheit und alles was ist, miteinander untrennbar verbunden ist und am Ende das Bekenntnis, ich liebe Dich. Forgive me, I am sorry, thank you, I love you.

In den meisten Fällen können wir sehr viel Vergebungsarbeit leisten, indem wir uns zunächst selbst lernen zu vergeben. Das ist eigentlich die Meisterarbeit, denn es fällt uns schwer, uns selbst zu verzeihen. Achte darauf, was Du über Dich denkst und sagst und korrigiere Dich, wenn es nicht in der Liebe ist. Das kannst Du üben, indem Du Dir ein Geschenk machst: Den liebevollen Blick, mit dem Be- und Verurteilen aufgehoben wird. Schaue mit den Augen der Liebe einen anderen Menschen oder Dich selbst an  (im Spiegel). Setze morgens ganz bewusst den liebevollen Blick auf und falls Du in eine be- oder verurteilende Haltung fällst, frage Dich: „Was würde die Liebe dazu sagen?“ Damit söhnen wir uns mit uns selbst aus. Setze den liebevollen Blick morgens, mittags, abends, beim Händewaschen oder beim Kartoffelschälen auf. Begleite Dich und dem, was Dir geschieht, mit einem Lächeln. Es ist wie der Duft der Rose, der Schmelz der Eiscreme, der Zucker im Kaffee. Je mehr wir uns und unser Leben mit einem liebevollen Lächeln begleiten, desto mehr werden wir zu dem, was wir in uns sehen: Ein liebevoller Mensch mit einem unendlichen Potential.

Bleib bei Dir! Liebe Dich von ganzem Herzen! Verzeihe Dir und anderen!

Alles ist möglich.

 

 

 

 

Was hat sie, was ich nicht habe?

„Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“ (Sören Kirkegaard)

Das kennen wir Frauen sehr gut. Die ist dünner, hübscher, jünger, eleganter, faltenfreier, stylischer, sexyer, eine bessere Frau, Mutter, Kollegin, Chefin, Freundin, Ehepartnerin etc.

Wir vergleichen uns innerlich andauernd mit unseren Artgenossinnen und wer zieht bei diesen Vergleichen immer den Kürzeren? Natürlich wir selbst! Die anderen sind immer im Vorteil.

Ist das gelebte Selbstliebe, Akzeptanz, Wertschätzung, Dankbarkeit? Nicht wirklich, oder? Wir halten uns innnerlich permanent klein, machen uns durch dieses ewige Vergleichen unglücklich. Hole Dein Messer heraus und steche immer wieder in Dich rein! Genauso wirken die kritischen Gedanken über Dich auf feinstofflicher Ebene. Jeder kleinmachende Gedanke über Dich ist wie ein Stich ins eigene Fleisch. Na super! Wenn das so deutlich fühlbar wäre, würden wir das sehr schnell sein lassen.

Wenn alle so wären wie die anderen, wer wäre dann so wie Du selbst? Du bist nicht besser oder schlechter als Deine Nachbarin. Diese schaut vielleicht ohnehin neidisch und vergleichend auf Dich, denn scheinbar messen wir uns alle nur an unserem Gegenüber. Zugegeben, manchmal fällt das eigene Urteil im Vergleich zu anderen auch gnädiger aus und man denkt: Gottseidank bin ich nicht so  wie…… Das kann ganz gut tun, aber auch das ist eigentlich überflüssig. Denn jeder Mensch, so wie er nun mal gerade ist, ist ein einmaliges, einzigartiges Wesen auf diesem herrlichen blauen Planeten. Jeder von uns hat seine eigene Biographie mit Herkunftsfamilie und Erziehung, mit Weiterentwicklung und Fortkommen, mit persönlichen Erfahrungen und Glaubenssätzen. Dies alles ist so einzigartig in seiner Kombination wie Du selbst es bist. Unter fast 8 Millarden Menschen auf der Welt gibt es DICH nur ein einziges, wundervolles Mal. Du bist so wertvoll und einzigartig wie eine blauer Diamant. Es wird Dich auch vor und in millionen Jahren nur ein einziges Mal so geben, wie Du jetzt gerade bist. Das wirst Du nicht ändern können.

Warum also all die Anstrengung, so sein zu wollen wie andere? Warum nicht stolz und zufrieden sein mit dem, was Du heute bist? Der Witz ist: So, wie Du andere bewunderst, so wirst Du selbst auch bewundert. Fällt Dir das nicht manchmal auf? Es gibt unzählige Menschen, die sich wünschen, so zu sein wie Du, Deine Talente und Begabungen zu haben, Deine Figur, Dein Äußeres, Deinen Lebensstil, Deinen Charakter usw.

Wir leben eine endlose Kette der Selbstverleugnung, der Selbstunliebe und der Undankbarkeit. Anstatt aufzuzählen, was wir alles nicht haben, tut es unserm Körper und unserer Seele so gut, im Stillen einmal für all das zu danken, was wir haben. Es ist erstaunlich, was dabei herauskommt. Das ist eine ganze Menge! Schon alleine die unbewussten Funktionen unseres Körpers sind wahre Wunderwerke, denen wir unendlich dankbar sein können. Dankbarkeit ist Balsam für Körper, Geist und Seele.

Selbstakzeptanz kannst Du prima üben, wenn Du Dich (am besten nackt) vor einen großen Spiegel stellst und Dir und Deinem Körper anfängst zu danken. Am Anfang ist das eine große Herausforderung, denn uns fallen erstmal alle kleinen und großen äußeren Defekte an uns auf. Doch dann schaue mal in Deine Augen. Welchen Ausdruck haben sie gerade? Siehst Du glücklich oder eher traurig aus? Und jetzt beginne für alles zu danken, was Du an Dir schön findest. Finde mindestens 10 Sachen, die Dir an Dir selbst gefallen, auch wenn sie noch so klein sind. Und danke dafür. Danke für jeden einzelnen Punkt, den Du findest. Wenn es mehr sind, umso besser! Aber bleibe nicht unter 10. Und wenn es der kleine Zehenagel ist. Dann verbinde im zweiten Schritt jeden positiven Punkt mit einem bislang noch von Dir negativ beurteilten. Z.B. „Ich liebe meine schönen langen Haare und meine Beine liebe ich jeden Tag mehr und mehr„. Verbinde alle positiven Anteile mit einem negativen, also mindestens 10. Wenn Du an Dir schon mehr Schönes als weniger Schönes gefunden hast, prima! Dann bist Du ganz bald schon am Ziel. Und falls nicht, bist Du auf dem besten Wege zum  hundertprozentigen JA zu Dir! Mache diese Übung am Anfang  jeden Tag und schaue, was sich dabei an und in Dir verändert.

Bleibe ab jetzt auch im Alltag  ganz bei Dir! Lenke Dein Augenmerk auf Dich selbst. Spüre Dich, fühle Dich, wie Du sitzt, gehst, stehst, was Du gerade tust. Mache in Liebe, Annahme und Dankbarkeit Frieden mit der Frau, die Du jetzt gerade bist. Sage Dir: „Gerade jetzt, in diesem Augenblick, bin ich hundertprozentig und perfekt Ich und sonst niemand. Und dafür liebe ich mich!“

Wenn wir aufhören, uns mit anderen zu vergleichen und uns so lieben, wie wir sind, zünden wir unsere eigene Strahlkraft an und beginnen als diejenige zu leuchten, die wir in Wahrheit sind. Beobachte bewusst, wie oft Du in die Falle des Vergleichens am Tag tappst und gebe Dir selbst sofort ein „Stop!“. Gehe in das Gefühl der Dankbarkeit für das, was Du gerade hast und wie Du bist. Und dann nimm Dich selbst innerlich in den Arm und sage Dir: „Ich liebe mich so wie ich bin. Ich liebe das Leben und das Leben liebt mich.“ Und nicht vergessen: Daumen hoch für Dich selbst!

 

 

 

 

Nichts ist in Stein gemeißelt

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Die Wahrheit ist nicht starr, sondern veränderbar. Sie liegt in der Seele eines jeden Menschen. Jeder hat seine eigene Wahrheit und ist frei, sie zu leben und neu zu finden. Es liegt in der eigenen Hand, was aus uns wird, was wir denken, glauben, lieben, ablehnen. Wir können uns jeden Tag wieder neu erfinden. Wir können uns zu jeder Zeit für etwas Neues entscheiden.

Manchmal limitieren wir uns selbst mit unseren Gedanken. Wir glauben, einmal entschieden heißt gleichzeitig für immer. Vor allem bei großen Veränderungen ist das so. Beispielsweise beim Kauf eines Hauses, einem Umzug, der Entscheidung für einen Beruf oder einer Ausbildung. Als würden wir damit ein Ehegelübde ablegen, lassen wir uns gedanklich gar nicht genug die Freiheit, wieder neu zu entscheiden, wenn sich die Dinge nicht so entwickeln wie erhofft.

Das Wissen darum, dass in unserem Leben nur eines gewiss ist, nämlich die Veränderung und die Endlichkeit unseres irdischen Daseins, sind uns meistens gar nicht so bewusst. Aber das Bewusstsein und die Akzeptanz für Veränderung schaffen in uns wundervolle Freiräume für Neues und nehmen uns Druck und Ängste. Viele Probleme basieren nur auf unserem eigenen einschränkenden Denken. Lassen wir doch zu, dass alles im Fluss ist und nichts in Stein gemeißelt und haben wir Mut, unserer eigenen Wahrheit zu folgen.

Hart aber herzlich

Manchmal frage ich mich: Geht das wirklich zusammen?

Kann jemand, der hart ist, gleichzeitig auch herzlich sein? Auf Anhieb kommen mir da einige Lehrerinnen ins Gedächtnis, Mathe und Bio. Sie waren einerseits sehr hart zu sich und anderen, wenn aber mal die Maske fiel, was leider viel zu selten vorkam, trat ihre herzliche Seite zutage.

Ich glaube, dass Menschen besonders hart wirken, wenn sie meinen, sich und ihren weichen Kern schützen zu müssen. Sie haben als Kinder nicht gelernt, mit Zartheit, Sanftheit und Weichheit umzugehen. Vielleicht wurden sie von Erwachsenen oder anderen Kindern verletzt, wenn sie sich mit ihrer sensiblen Seite zeigten und haben dadurch für immer die unbewusste Entscheidung getroffen, ihr Innerstes mit einer rauhen Schale zu verschließen.

Selbst das flüssige Wasser kann weich oder hart sein. Es gibt Härtegrade im Wasser und es gibt weiches Wasser. Wasser kann fließen oder steinhart gefrieren. Immer kommt es auf die äußeren Umstände an, welche Qualität es aufweist. Am Anfang ist Wasser einfach nur H2O. Wenn es aber von der Quelle durch ein reines Bachbett fließt mit Kieseln und gesunden Ufern, dann hat es eine gute Qualität. Fließt es aber durch Industriegebiete mit viel Schmutz und Abwässern ist es verunreinigt. Enthält es viel Kalk und Chlor wird es hart und Seife schäumt nicht mehr auf oder auf dem Tee schwimmen Kalkflecken. Keiner hat die Qualität von Wasser so anschaulich dargestellt als der japanische Wasserforscher Masaro Emoto. Durch die gefrorenen Wasserkristalle kann jeder deutlich sehen, welche Bedingungen Wasser haben muss, um ein strahlend schöner Diamant zu sein.

Die äußeren Umstände sind auch für unsere Entwicklung entscheidend. Am Beginn unseres Lebens lernen wir von unseren Eltern  den Umgang mit unseren Gefühlen. Dürfen wir sie ausleben, werden wir lernen, dass Gefühle zu haben und zu zeigen nichts Schlimmes ist. Verlangen unsere Eltern aber, dass wir unsere zarte Seite unterdrücken, weil vielleicht Indianer keinen Schmerz kennen, dann reicht dieser Glaubenssatz bis ins Erwachsenenalter hinein und wird vielleicht nie korrigiert.

Gefühle wollen aber gefühlt werden. Hart ist nicht stärker als weich. Weich ist nicht schwach, sondern mutig und authentisch. Sich mit seiner zarten Seite zu zeigen bedeutet, ich stehe zu mir und meinen Gefühlen. Ich erlaube mir, berührt zu sein. Ob es Lachen oder Weinen ist. Ich zeige und teile, was in mir vorgeht.

Die andere Variante ist die gefrorene Maske, die harte Schale, die die Gefühle verdeckt oder unterdrückt, damit man nicht angreifbar wird. Immer souverän zu wirken, alles im Griff zu haben, cool aufzutreten, abgeklärt und eiskalt, das ist auf Dauer sehr anstrengend, weil es unnatürlich ist. Wir Menschen sind nicht so geschaffen. Wir haben nun einmal Gefühle von Geburt an die Wiege gelegt bekommen. Und diese wollen wahrgenommen und durchfühlt werden. Sie wollen geteilt werden, damit wir uns mit anderen verbinden können. Ihnen zeigen können, wo wir gerade stehen, was wir denken, wie es uns geht. Gefühle zeigen macht transparenter, aber nicht schwach. Im Gegenteil, sie zeigen einen ehrlichen, zu sich selbst stehenden und äußerst selbstsicheren Menschen, der sich sehr gut kennt und liebt. Diese Menschen haben Charisma, hinterlassen Eindruck, haben ein offenes Herz und wirken anziehend.

Von meinen Bio- und Mathelehrerinnen hätte ich gerne gehabt, dass sie mich mehr als Mensch gesehen hätten, als Kind und nicht nur als notenproduzierendes Wesen. Ich hätte mir mehr Wärme, Menschlichkeit, Güte und Herz gewünscht. Einen wohlwollenden Blick auf die Kinder, die ihnen anvertraut wurden. Statt dessen haben sie uns durch ihren Gefühlspanzer in Angst und Schrecken versetzt, so dass ich jedes Mal froh war, wenn die Pausenglocke die Stunde beendete. Und gelernt habe ich sowieso nichts bei ihnen, denn ich war viel zu viel damit beschäftigt, meine Angst zu bekämpfen und nicht rot zu werden, wenn ich drankam.

Ich bin ihnen nicht mehr böse, denn ich sehe heute, warum sie so agierten und nicht anders konnten. Ihr Herz wurde als Kinder verschlossen, von wem auch immer. Und sie haben nie gelernt, es wieder zu öffnen. Im Alter werden viele Menschen ja wieder weicher und gütiger. Das wünsche ich ihnen von ganzem Herzen, denn es ist schöner, im Einklang mit sich und seinen Gefühlen von dieser Erde zu gehen.

Hart aber herzlich? Ich bevorzuge den Spruch „Wasser ist stärker als Stein“.

Namasté.

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Ich bin erleichtert

Auf dem Weg zur Leichtigkeit hilft es auch, einmal die materielle Habenseite zu checken. Damit meine ich nicht unbedingt das Bankkonto. Da kann es ja ruhig vollgepackt sein. Außerdem, egal wie viele Nullen hinter dem Komma stehen, Zahlen sind von Haus aus leicht. 🙂

Ich denke eher unsere Schränke, Schubladen, Keller, Speicher, Garagen, Bücherregale usw. Kaum jemand ist so gut „erleichtert“, dass er nicht irgendwo eine Ecke hätte, die des Aufräumens bedürfte.

„Besitz belastet“, heißt es so schön. Und irgendwie stimmt das auch, wenn man es auf den überflüssigen Besitz bezieht. Dann wird aus Besitz sehr schnell Ballast, der träge, schwer, unbeweglich und lähmend macht. Diese vielen überflüssigen Dinge nehmen Platz weg, vor allem mir selbst. Und zwar Lebensraum. In materieller und auch energetischer Hinsicht. Wenn ich mich entschließe, alte Kruselecken aufzuräumen schaffe ich mir selbst wieder Platz und Raum. Für das, was mir wirklich wichtig ist. Und auf energetischer Ebene befreie ich mich von Altem und Überflüssigem.

Ich bin immer selbst wieder erstaunt, was ich alles in meinem Ablagekörbchen auf dem Schreibtisch wiederfinde, wenn ich mich nach langer Zeit einmal dran gebe, es zu entleeren. Da sind Zettel, Kataloge, Broschüren, Notizen, Karten, Briefe, Ausgedrucktes drin, an das ich mich gar nicht mehr erinnere. Und das beste ist, fast alles wandert jetzt ohne mit der Wimper zu zucken in den Papierkorb. Ich brauche es nicht mehr oder es ist längst überfällig geworden. Super! Ein richtig gutes Gefühl, wenn dieses Körbchen leer und jungfräulich neben mir steht und ich mich mal wieder dazu entschließe, es nur noch mit wirklich Wichtigem zu füllen und das auch nur vorübergehend. Diesmal schwöre ich mir absolute Disziplin und lasse nicht wieder solch einen unübersichtlichen Stapel aufkommen. Und innerlich denkt eine altbekannte Stimme: ‚Mal sehen, wie lange dieser Vorsatz diesmal hält!‘

Aber nein. Es darf in die Leichtigkeit gehen. Und dieses erleichterte Gefühl nach der Aufräumaktion ist einfach herrlich. Endlich wieder Ordnung und Klarheit zu haben wo sich vorher das Chaos türmte.

Also, nach dem Motto „Alles muss raus“ bedenke ich bei jedem guten Schätzchen, was mir in die Hände fällt: Wozu dient es mir? Brauche ich es wirklich noch? Kann ich es mir, falls ich so etwas wieder wirklich brauche, nicht auch wieder billig besorgen? Oder brauche ich es in nächster Zukunft? Und falls es zu wertvoll zum Wegwerfen ist, kenne ich da jemanden, der es gebrauchen könnte? Wenn ja, ab die Post damit zu dieser Person. Direkt an die Haustüre stellen und beim nächsten Gang nach draußen abtransportieren. Wenn nicht, ab in den Müll! Ja, in den Müll!! Es dient mir nicht mehr und basta. Die Welt wird sich auch noch drehen, wenn dieses Teil entsorgt worden ist. Niemand wird es je vermissen. Auch Onkel Rudi nicht, der es so lange aufbewahrt hat. Ich erfreue mich heute nicht mehr daran. Der Geschmack ändert sich und ich leben heute, im Hier und Jetzt. Was weiß ich über Morgen? Wenn Du willst, kannst Du das Teil auch nochmal ehren, Onkel Rudi danken und dann entsorgen.

Egal ob groß oder klein, billig oder wertvoll, erleichtere Dich und damit Dein Leben. Aufgeräumte Schränke, übersichtliche Zimmer, erlesene Bücherregale, das ist elegant und leicht. Denn Du brauchst nicht mehr zu suchen. Und das, was Du besitzt, kannst Du viel besser verwalten.

Überflüssiges bindet Energie, Altes speichert alte Energien, die vielleicht heute gar nicht mehr zu Dir passen. Geerbtes kann ganz schön belastend sein, wenn es nicht wirklich von Dir geschätzt wird. Dazu gehören auch Geschenke, die zwar lieb gemeint waren, die Du aber absolut schrecklich findest.

Wenn Du unsicher bist, fühle kurz in die Dinge rein. Du spürst genau, ob Du sie noch aufbewahren willst. Man fühlt manchmal wirklich sehr genau die Ausstrahlung des Gegenstandes und weiß sehr schnell intuitiv, ob er es noch für wert ist, aufgehoben zu werden.

Beim Aufäumen finde ich auch immer wieder Sachen, die ich verloren glaubte oder solche, die jetzt eine ganz neue Bedeutung und Wertschätzung erfahren. Nicht alles müllige ist Wurfmaterial. Manches wächst neu ans Herz und bekommt sogar einen Ehrenplatz im Regal.

Ordnung ins eigene Leben zu bringen kann auch sehr gut mit dem Entrümpeln im Außen beginnen. Es macht Platz für Neues! Das sind gute Aussichten! So entspricht es dem Gesetzt der Resonanz: „Wie Innen so Außen“. Du schaffst Klarheit und Raum im Außen und damit auch in Deinem Inneren. Du machst vielleicht Platz für neue Gedanken, öffnest Dich für ein neues Bewusstsein, neue Vorsätze, Ideen, Handlungen oder Beziehungen.FB_IMG_1437335124707

Das Wort „Sperr-Müll“ sagt da vieles aus: Der Müll versperrt den Blick auf das Wesentliche. Und das bist Du selbst!

Meine Mutter sagte schon immer: „Ordnung ist das halbe Leben“. Und, wo sie Recht hat, hat sie Recht. Also, auf ins Abenteuer Krempel und Abfall!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gesundmachende Kränkung

CIMG0281Klar, Kränkungen sind nicht gerade das, was wir uns täglich wünschen. Und schon gar nicht nehmen wir sie auf die leichte Schulter und können sie abstreifen wie eine lästige Fliege. Oder?

Im Wort Kränkung steckt ja schon das Wort „krank“. Beleidigungen, Angriffe auf die eigene Person, ungerechte Behandlung, falsche Beurteilungen, all das nehmen wir uns zu Herzen und das macht krank. Erst seelisch und dann auch manchmal somatisch. Zu viele Giftspritzen aus der Umwelt können uns ganz schön an die Nieren gehen, die Galle überkochen lassen oder schlagen uns auf den Magen.

Wie kann es sein, dass Kränkungen dennoch zur positiven Herausforderung werden können? Manche denken, wenn sie sich ein dickes Fell zulegen, könnte ihnen nichts mehr passieren. Aber im Tierreich zeigt es sich, dass diejenigen, die ein besonders dickes Fell haben, sich auch am meisten schützen müssen, um zu überleben. Sie leben unter vielen Feinden oder in einem extremen Lebensraum. Oder der äußere Panzer muss das zarte Innere verteidigen, wie bei Insekten.

Brauche ich Schutz vor meiner Umwelt und wenn ja, warum ist das so? Wie denke ich über die Welt, das Leben, meine Freunde und Familie, meine Nachbarn, Kollegen und Chefs usw.? Wie freundlich oder feindlich bin ich selbst zu dem allen eingestellt? Bin ich manchmal auch selbst in der Täterrolle des Kränkenden, des Austeilers oder immer nur Opfer? Kenne ich Gefühle wie Neid, Eifersucht, Missgunst, Wut auch an mir?

Wenn wir ehrlich sind, kennen wir meistens beide Rollen: Opfer und Täter. Doch unsere Schattenseite wollen wir nicht so gerne wahrnehmen. Es ist leichter, das bedauernswerte Opfer zu sein als der böse Täter. Als solches erhalten wir besonders viel Zuwendung, Mitleid, Aufmerksamkeit, wie damals, als wir noch klein waren und krank oder verletzt. Es gab eine Extraportion Liebe.

Als Täter stehen wir alleine da. Wir müssen uns um eine Lobby von Gleichgesinnten bemühen, damit wir uns nicht so schlecht fühlen, denn die Mehrheit hat immer Recht. Und falls wir keine Mehrheit zusammen bekommen, dann ziehen wir uns trotzig in unsere einsame Ecke zurück und schmollen der ganzen Welt, die uns nicht versteht.

Egal ob Opfer oder Täter, beide haben die gleiche Aufgabe, um aus einer Kränkung eine Gesundung werden zu lassen. In beiden Fällen hat Verletzung stattgefunden. Beim Opfer durch den Täter und beim Täter durch das Opfer.

Wie gehe ich mit der Kränkung um?

  1. Ich nehme wahr, was gerade geschehen ist.
    (Fühle, was Du gerade fühlst. Was das, was passiert ist, mit Dir macht.)
  2. Ich nehme an, was geschehen ist.
    Es hat seinen Sinn und will mir etwas zeigen.
  3. Ich versuche Abstand von der Situation zu bekommen und werde zu meinem eigenen Betrachter.
    Ich gehe raus aus dem Geschehen, indem ich beispielsweise sage: „Das ist aber interessant.“ Oder ich gehe innerlich ans andere Flussufer, schaue aus der Vogelperspektive zu, oder etwas, was für Dich stimmig ist.
  4. Was hat das, was gerade vorgefallen ist, mit mir zu tun?
    Ich überprüfe meinen Eigenanteil an der Sache.
  5. Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Verhalten. Ich bin es, der so fühlt oder denkt und der/die andere sind nur Mitspieler in dem Spiel. Sie spielen den Auslöser für mein Verhalten. Aber, was mich innerlich trifft, hat immer etwas mit mir selbst zu tun. „Was mich trifft, betrifft mich!“ (Robert Betz).
  6. Ich erkenne, dass nur ein Teil von mir verletzt wurde und nicht der gesamte Mensch. Dieser Teil will gesehen und geheilt werden.

Wie findet Heilung statt?

Indem ich mich in Ruhe hinsetze und die oben genannten Punkte durchgehe und fühle. Du wirst dabei an einen Punkt kommen, an dem Du Dein verletztes inneres Kind, die Kleine oder den Kleinen triffst, das ganz tief in Dir verborgen ist und gesehen werden will. Dieser innere Teil ist es, der Dich so fühlen lässt, wie es bei der Kränkung geschah. Erinnerst Du Dich an Situationen in Deiner Kindheit, die Dich so fühlen ließen wie jetzt? Rufe sie hervor, lasse sie nochmal da sein in Dir und nimm Dein verletztes Kind in die Arme. Sage ihm, dass Du heute bereit bist, es zu fühlen, wahrzunehmen, zu trösten und zu lieben. Und schaue, was das mit Dir macht. Fühle den verletzten Anteil in Dir, den Schmerz des Kleinen oder der Kleinen und lasse ihn da sein. Atme und fühle und nimm wahr, wie der Schmerz dadurch immer mehr abnimmt. Der unterdrückte Schmerz von damals ist immer noch der Trigger für den von heute. Dein inneres Kind zeigt Dir den Weg der Heilung.

Kränkungen sind dafür da, dass wir durch sie gesunden, indem wir sie als verletzten Anteil in uns wahrnehmen. Einen Schmerz, den wir seit der Kinderzeit mit uns herumtragen. Er will nur gesehen und gefühlt werden, damit er gehen kann.

So kann jede Kränkung eine Gesundung sein und eine Chance zu weiterem Aufräumen in Deinem inneren Haus. Nimm die Herausforderung an, die Dir das Leben schenkt und heile, was zu heilen ist. Heilung heißt „Ganzwerden“. Und wer ganz ist, braucht als Mensch kein dickes Fell, denn er ist innen und außen im Einklang.

Sorry – Ich vergebe

Nicht vergeben können steht uns im Weg zum eigenen Wohlbefinden.

Mit Vergeben lasse ich einen unerlösten Teil meiner Vergangenheit los und werde frei, mich dem Jetzt und meiner Zukunft zuzuwenden. Anderen nicht verzeihen zu können bindet unendlich viel Energie, die Du befreien kannst, indem Du Dich entscheidest, die Wunde, die Dir von anderen zugefügt wurde, zu heilen.

Meist wollen wir nicht vergeben, weil wir uns im Recht fühlen. Soll doch der andere für sein Unrecht, das er mir zugefügt hat, bezahlen. Aber am Ende bezahlen wir immer nur selbst, denn mit dem Unfrieden in uns blockieren wir uns nur selbst und damit unseren Lebensfluss. Unsere Freude, unsere Freiheit und unsere Kraft. Unfrieden sucht Unfrieden. Frieden sucht Frieden. Liebe sucht Liebe. Das ist das Gesetz der Resonanz. Nach dem Motto „Gleich und Gleich gesellt sich gern“. Das gilt auch für Gefühle und Gedanken.

Also, was tun mit dem Unverziehenen in unserem Emotionskleid? Sehr oft ist es hilfreich, mal alles aufzuschreiben, was uns da in Wut und Verletztheit gebracht hat. Manchmal liegen die Ereignisse schon so lange zurück, dass wir uns kaum an Details erinnern können. Wir wissen nur: Der oder die hat mir zutiefst weh getan. Beim Schreiben fallen uns die Lücken auf, füllen sich oder auch nicht. Beim Schreiben wird uns auch oft die Bedeutungsschwere der Verletztheit bewusst. Oder der Vorwurf, den wir anderen machen. Schreiben klärt und befreit, und das ist das Wichtigste.

Wenn Du noch einmal emotional durch die Situation, die Dich verletzt hat, gehst, erlaube Dir, all die Wut, die Scham, den Groll, das Unrecht, den Schmerz, die Kleinheit oder was auch immer auftaucht zu fühlen. Lasse dabei alles noch einmal zu. Fühle und sage Dir dann: Ja, so war es. So hat es sich angefühlt. So habe ich es empfunden. Doch jetzt entscheide ich mich neu und will damit Frieden machen. Ich übernehme heute die Verantwortung für meine damaligen Gefühle und verstehe, dass ich selbst es war, die sie erzeugt hat. Der/die andere/n haben sie nur in mir wachgerufen. Aber sie waren immer in mir und wurden nur von außen angetriggert. Scham, Kleinheit etc. sind Gefühle, die schon lange in mir schlummern und ich erkenne jetzt, dass ich mich mit ihnen auseinandersetzen darf, damit sie für immer heilen können. Das ist alleine mein Job und hat mit dem/der andere/n nichts zu tun.

Vergeben heißt: Ich vergebe mir und anderen. Durch Mitgefühl mit mir selbst und anderen kann ich mein Urteil über die Situation aufheben. Be- und Verurteilen trennt Dich von dem, was ist und bremst Dich aus. Was damals war, sollte vielleicht so geschehen, damit Du etwas erkennen konntest. Jeder tat sein Bestes damals und konnte nicht anders, als so zu handeln. Das Leben meint es immer gut mit uns und wir sind hier, um unsere Lektionen zu lernen. Versuche Dich auch in die Situation Deines Gegenübers zu versetzen und lasse Liebe hineinfließen. Liebe ist die Heilerin aller Dinge.

Die heilsame Kraft des Verzeihens gibt Dir neue Lebendigkeit, Leichtigkeit, Lebensfreude und Energie zurück, die bislang an die verletzende Situation gebunden war. Mit dem Vergeben findet ein Neuanfang statt. In diesem  Akt steckt die Kraft der Liebe.

Lasse die Vergangenheit auf sich beruhen. Orientiere Dich neu und konzentiere Dich auf das Jetzt und die Zukunft ohne Groll und nachtrangende Gedanken. Nimm wahr wie es sich anfühlt, all den alten Ballast über Bord geworfen zu haben. Spüre den Frieden in Deiner Seele.

Wenn Du willst, kannst Du auch ein Vergebensritual machen. Das Tun unterstützt den seelischen Prozess: Gib das Aufgeschriebene in eine feuerfeste Schale und zünde es an. Die Asche kannst Du in ein fließendes Gewässer streuen und um Transformation in Liebe bitten. Wichtig ist, das mit dem Bewusstsein zu tun, dass nun wirklich endgültig das Kapitel abgeschlossen ist und ein neuer Anfang gemacht wird.

Vergeben kann ganz alleine für Dich stattfinden. Es ist nicht wichtig, ob der andere oder die anderen davon erfahren. Sie werden dies sowieso auf energetischer Ebene mitbekommen. Es geht allein um Dich. Um Dein eigenes Vergeben. Es geht um Dein glückliches Sein in Frieden, Freude und Leichtigkeit.

Namaste

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Am Anfang steht die Liebe

Nicht an Büchern und Vorträgen oder schlauen Sprüchen mangelt es heute, sondern an denjenigen, die die Weisheiten umsetzen.

Es gibt genug Inspirationen für ein Umdenken, das Einschlagen eines neuen Weges oder die Aufforderung, Dinge anders zu tun. Und meist sagt der Kopf „Ja“ zu dem , was er da liest und hört, aber unser träger Teil in uns, der es sich im Altgewohnten gemütlich gemacht hat, findet nicht den Elan, den richtigen Zeitpunkt oder den bequemen Anfang dafür. Meistens heißt es „ja, aber“ und wir finden 100 Ausreden, warum wir genau jetzt nicht den richtigen Zeitpunkt in unserem Leben haben, Dinge zu ändern, die uns eigentlich lästig sind oder uns sogar krank machen.

Ja, es gehört Mut dazu, sich neu zu entscheiden. Aber, es lohnt sich,  den Weg  in eine neue Richtung einzuschlagen.

Jeder neue Weg, sei es im Denken oder im Tun, beginnt mit dem ersten Schritt. Mag er auch noch so klein und unbedeutend wirken, er ist so wichtig. Raus aus dem alten, ausgesessenen Ohrensessel der Routine und ein kleines Gänsefüßchen in Richtung ungewohntes Neuland wagen. Das Gute ist ja, wenn es Dir nicht gefällt, kannst Du immer schnell zurückkehren und es Dir wieder gemütlich machen. Ein Gänsefüßchen zurück ist nicht die Welt, aber eins nach vorne schon.

Wenn Du aber erst einmal frische neue Luft geschnuppert hast wirst Du merken, dass sie ansteckend wirkt. Dieser erste kleine Schritt ist ein Ja zu Dir selbst. Denn Du würdest ihn nicht machen, wenn Du Dich und Deine Bedürfnisse nicht wichtig nehmen würdest.

Sobald Du Dich für mehr Bewusstheit in Deinem Leben entscheidest, mehr Hinschauen und Wahrnehmen als Unterdrücken und Ignorieren, machst Du Dich auf zu neuen Ufern. Und diese heißen „Du selbst“. Entscheide Dich dafür, Dich selbst kennen und lieben zu lernen wie in einer neuen Liebesbeziehung. Entscheide Dich, die Liebe in Dein Leben einzuladen. Ganz bewusst. Die Liebe ist das Salz in der Suppe. Ohne sie geht gar nichts. Öffne Dein Herz für die Liebe in allem, was Du tust, denkst, sagst und fühlst. Lasse die Liebe Dein Wegweiser sein. Und wenn Du Dich mal 20150731_163455im Labyrinth des Lebens verirrst, frage die Liebe, wie es weitergehen soll. Sie weiß immer weiter. Öffne Dich für die Liebe in Dir und in allem, was ist. Das ist gelebte Leichtigkeit.

Wie Delphine beim Arbeiten mithelfen können

Das Wort „Arbeit“ alleine ist schon irgendwie mit Schwere behaftet. Besser ist das Wort „Wirken“. In ihm steckt Kreativität, Bewegung, positiver Ausgang, Leichtigkeit, Bewegung, Enthusiasmus, Energie und Freude.

Diese Eigenschaften spiegeln sich besonders in Delphinen wider. Neulich habe ich festgestellt, dass das Delphinbewusstsein dazu beitragen kann, dass Arbeit leichter von der Hand geht. Delphine können perfekte Vorbilder für Leichtigkeit, Intuition, Frohsinn, Kreativität und Wendigkeit sein. Die Vorstellung davon, wie sich Delphine im Wasser bewegen, wie sie hochspringen und sich dabei drehen, wie sie zu lächeln scheinen, ihre positive und freudige Art kann uns inspirieren und motivieren.

Dazu kannst Du ganz einfach die Augen schließen und Dir einen oder einen ganzen Schwarm von Delphinen im Wasser vorstellen. Wenn Du ein inneres Bild gefunden hast, atmest Du bewusst diese Energie ein, lässt sie beim Ausatmen in Deine Zellen und durch den ganzen Körper fließen und reicherst Deinen Organismus damit an. Das kann eine oder fünf Minuten dauern, so wie es sich für Dich stimmig anfühlt. Dann schließe diese Kurzmeditation mit ein paar tiefen  Atemzügen ab, recke und strecke Dich kurz und beginne mit dem, was zu tun ansteht.

Beobachte einfach, ob es einen Unterschied gibt zu der Motivation und dem Gefühl, das Du vor der Meditation hattest. Nimm im Geiste die Leichtigkeit und das Spielerische der Delphine mit in Dein Wirken und erlaube Dir, dass heute alles ganz wie von selbst gehen darf.

Viel Spaß dabei!dolphin-203875_1280